Der häufigste Grund für Zoff im Katzenhaushalt: das Kratzen. Sind Gardine, Tapete und Sofa ruiniert, ist der Ärger groß.

Dabei gehört das Kratzen zum natürlichen Verhalten der Katze: Beim Kratzen schärft sie die Krallen, abgestorbene und gesplitterte Stücke fallen ab. Zudem besitzt das Kratzen auch kommunikativen Charakter. Draußen hilft es Freigängern und wildlebenden Tieren, Reviere aufzuteilen und mitzuteilen, welches Tier sich wo aufhält. In der Regel suchen Katzen keinen Streit, sondern meiden die Konfrontation und gehen sich im Zweifelsfall aus dem Weg. Kratzt die Katze an einem Baum, hinterlässt sie eine Nachricht. „Ich war hier“ sagen die Krallenspuren und der hinterlassene Duft.

Hier ist Kratzen erwünscht

Was draußen normal ist und niemanden stört, wirkt in der Wohnung lästig. Ein Kratzverbot wäre aber zwecklos. Also muss ein Ersatz her. Am besten in Form eines Kratzbaums.

Verwaist der ungenutzt in der Ecke, wirkt er vielleicht nicht spannend genug. Schließlich kratzt die Katze nur dort, wo es ihr angenehm erscheint. Tipps zum optimalen Standort siehe Kapitel „Spiel & Spaß – Der Kratzbaum“

Manch ein Katzenfan wünscht sich, zu verstehen, was sein Vierbeiner ihm ständig zumiaut. Die exakte Bedeutung aller Facetten des Miau wird wohl niemand je übersetzen. Zu unterschiedlich ist die persönliche und situationsbedingte Tonlage, zu verschieden das Maunzen der jeweiligen Rassen. Während die entspannte Biritish Kurzhaar in der Regel nur selten spricht, quasseln Siam-Katzen meist den ganzen Tag in den unterschiedlichsten Tonlagen.

Warum Katzen maunzen

Unter Wildkatzen wird die Lautsprache nur im Notfall benutzt. Ziehen Laute doch die Aufmerksamkeit von Feinden auf sich. Wenn erwachsene Katzen in freier Wildbahn sich unterhalten, geschieht dies meist durch Körpersprache oder Gerüche. Das Miau bleibt dort meist den Babys vorbehalten, die so nach ihrer Mutter rufen. Ist die zum Beispiel auf Jagd im Revier unterwegs, müssen die Kleinen sich lautstark bemerkbar machen, wenn sie Hilfe benötigen.

Vom Katzenkind zum Jäger

Unsere Hauskatzen benehmen sich also zumindest drinnen wie Kinder, die ihre Menschen als Mutterersatz ansehen. Kaum überraschend, da wir es sind, die ihnen wie ihre Mutter Futter vorsetzen, sie streicheln und bürsten. Außerdem lernen Katzen mit der Zeit, dass ein Maunzen nur selten die Wirkung verfehlt und ihnen zumindest Aufmerksamkeit einbringt.

Während Ihre Katze drinnen das wohl behütete Katzenkind bleibt, wird sie beim Verlassen der Wohnung schlagartig zum wilden Jäger. Lauert sie im Garten Mäusen auf oder verteidigt ihr Revier gegen andere Tiere, ist ihr kaum noch der Unterschied zu ihren wilden Vorfahren anzumerken. Kaum kehrt die Katze von ihren Kämpfen und Jagderfolgen zurück, steht sie wieder kläglich maunzend vor der Tür, um hereingelassen zu werden.

Katzen sind ständig damit beschäftigt, ihr Fell zu pflegen. Vom Schlafen einmal abgesehen nimmt kaum eine andere Tätigkeit so viel Zeit in ihrem Tagesablauf ein.

Die Intensivpflege hat jedoch nichts mit Eitelkeit zu tun, sondern erfüllt viele Funktionen: 

Körperpflege

Das Entfernen von Staub, Schmutz und losen Haaren beugt Filz und Juckreiz vor.

Körpereigene Klimaanlage

Ein gepflegter Pelz isoliert und hält im Winter warm. Die durch das Putzen angeregte Talgproduktion schützt nebenbei vor Nässe. Im Sommer hingegen kühlt das Reinigen durch den verdunstenden Speichel (ähnlich wie das Schwitzen beim Menschen).

Beruhigende Massage

Haben Sie Ihre Katze mal bei einem Missgeschick wie dem Fallen aus dem Körbchen beobachtet? Wahrscheinlich hat sie sich danach hektisch geputzt. Eine typische Reaktion, denn die Zungenmassage beruhigt die Tiere.

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